Wildpflanzen-Lexikon

Pflanzen / Lamiaceae

Pfefferminze

Mentha × piperita

Auch: Pfefferminz

Kreuzung aus Wasser- und Grüner Minze, praktisch nur angebaut. Das ätherische Öl ist bei Reizdarm und Spannungskopfschmerz klinisch gut untersucht.

Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Pfefferminze (Mentha × piperita)
Foto: Urheber laut Commons, CC BY 3.0, Wikimedia Commons

Erntezeit

Ring 1: Blätter
Juni, Juli, August, September

In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.

Als Heilpflanze

BlätterErnte Jun–Sep

Kurz vor der Blüte ernten, dann ist der Ölgehalt am höchsten.

  • Verdauungsbeschwerden
    Traditionell anerkannt

    Krampflösend, blähungstreibend.

    • Tee (Aufguss): 1,5–3 g Blätter (1–2 TL) mit 100–150 ml kochendem Wasser übergiessen, 5–10 Minuten zugedeckt ziehen lassen.Dosierung: 3 Tassen täglich; Kinder ab 4 Jahren und Jugendliche 1–2 g pro Tasse. Bei Beschwerden über 2 Wochen ärztlich abklären.
  • Reizdarm
    Klinisch belegt

    Krampflösend auf die Darmmuskulatur.

    • Fertigpräparat: Magensaftresistente Pfefferminzöl-Kapseln aus der Apotheke, ganz schlucken (nicht zerbeissen), 30 Minuten vor dem Essen (der Tee entspricht nicht dieser Evidenz).Dosierung: Laut Packungsbeilage, typisch 0,2–0,4 ml Öl 2–3-mal täglich; Kinder 8–11 Jahre 0,2 ml 3-mal täglich. Bis die Beschwerden abklingen, meist 1–2 Wochen; bei hartnäckigen Beschwerden höchstens 3 Monate am Stück.
  • Spannungskopfschmerz
    Klinisch belegt

    Kühlend, schmerzlindernd.

    • Fertigpräparat (äusserlich): Fertigpräparat mit 10 % Pfefferminzöl in Alkohol dünn auf Stirn und Schläfen einreiben; bei Bedarf zweimal im Abstand von 15 Minuten wiederholen. Danach Hände waschen, damit nichts in die Augen gelangt. Erst ab 18 Jahren.

In der Küche

BlätterErnte Jun–Sep

  • Roh: Frisch in Salaten, Desserts, Getränken.
  • Tee (Aufguss): Frisch oder getrocknet als Genusstee.

Sicherheit

Nicht anwenden bei

  • Allergie gegen Pfefferminze oder Menthol.
  • Tee bei Sodbrennen oder Reflux meiden; bei Gallensteinen nur nach ärztlichem Rat.
  • Öl-Kapseln nicht bei Lebererkrankungen, Gallenwegsentzündung, Gallensteinen oder anderen Gallenleiden oder fehlender Magensäure.
  • Öl-Kapseln absetzen, wenn Sodbrennen oder Beschwerden bei Zwerchfellbruch zunehmen; bei entzündlichen oder geschwürigen Magen-Darm-Erkrankungen nur nach ärztlichem Rat.
  • Pfefferminzöl gar nicht bei Kindern unter 2 Jahren und nicht bei Kindern mit Krampfanfällen (auch Fieberkrämpfen) in der Vorgeschichte; nicht auf verletzte oder gereizte Haut.

Wechselwirkungen

  • Öl-Kapseln nicht gleichzeitig mit Essen oder säurebindenden Mitteln einnehmen und Magensäureblocker (Protonenpumpenhemmer, H2-Blocker) meiden, sonst löst sich die Kapsel zu früh auf.
  • Während der Anwendung keine weiteren Pfefferminzöl-Produkte verwenden.

Nebenwirkungen

  • Sodbrennen und Rückfluss von Magensäure können zunehmen.
  • Bei den Kapseln Sodbrennen, Brennen am After, Übelkeit, Erbrechen, Mundtrockenheit, verschwommenes Sehen, nach Menthol riechender Urin und Stuhl, selten Brennen beim Wasserlösen und allergische Reaktionen. Öl auf der Haut kann Ausschlag und Hautreizungen auslösen und die Augen reizen.

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Arzneiliche Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen (fehlende Daten); als Genusstee in üblichen Mengen unproblematisch.

Kinder

  • Tee nicht unter 4 Jahren. Öl-Kapseln nicht unter 8 Jahren, Öl auf der Haut gegen Kopfschmerz nicht unter 18 Jahren. Pfefferminzöl in keiner Form bei Kindern unter 2 Jahren (Gefahr eines Atemstillstands durch Kehlkopfkrampf); zum Inhalieren oder um die Nase erst ab 12 Jahren.

Erkennen und finden

Botanische Tafel von Mentha × piperita
Illustration: Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen, Public domain, Wikimedia Commons
Stängel
Vierkantig, oft rötlich überlaufen.
Geruch
Intensiv nach Menthol, kühlend.
Vorkommen
Garten- und Kulturpflanze
Standorte
Gärten, Feldanbau, selten verwildert an feuchten Stellen
Blüte
Jul–Sep

Quellen