Pflanzen / Caryophyllaceae
Vogelmiere
Stellaria media
Auch: Hühnerdarm, Vogelkraut
Niedriges, zartes Gartenunkraut, das fast das ganze Jahr wächst und milde Winter überdauert. Schmeckt mild nach frischen Maiskörnern oder Erbsentrieben. Wichtigstes Merkmal ist die einzelne Haarreihe am Stängel, die sie von ähnlichen, teils giftigen Pflanzen unterscheidet.
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Verwechslung
Vogelmiere oder Acker-Gauchheil?
Vergiftungsgefahr: Acker-Gauchheil ist giftig.
| Merkmal | Vogelmiere | Acker-Gauchheil |
|---|---|---|
| Stängel | rund, mit einer einzelnen Haarreihe | vierkantig, kahl |
| Blüte | weiss, fünf tief eingeschnittene Kronblätter | ziegelrot bis orange (selten blau), fünf ungeteilte Kronblätter |
| Blattunterseite | ohne Punkte | mit kleinen schwarzen Drüsenpunkten |
| Blattansatz | untere Blätter gestielt, obere sitzend; Spitze fein ausgezogen | alle Blätter sitzend; Spitze stumpf bis spitz |
Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.
Erntezeit
- Ring 1: Kraut
- Februar, März, April, Mai, Juni, September, Oktober, November
In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.
Als Heilpflanze
KrautErnte Feb–Jun, Sep–Nov
Nur die zarten Triebspitzen mit der Schere schneiden; die faserigen unteren Stängel bleiben stehen. Nicht von Wegrändern mit Hundekot oder Streusalz und nicht aus frisch gedüngten Beeten sammeln.
- Leichte HautentzündungenVolksheilkunde
Juckreizlindernd und kühlend; belegt ist das nicht.
- Umschlag (äusserlich): Frisches Kraut zerquetschen und auf die gereizte Hautstelle legen, nach etwa 20 Minuten entfernen.
In der Küche
KrautErnte Feb–Jun, Sep–Nov
- Roh: Triebspitzen fein geschnitten in Salat, Quark, Kräuterbutter oder auf Brot.
- Pesto: Mit Öl, Nüssen und Hartkäse pürieren; mit Öl bedeckt kühl lagern.
- Gekocht: Erst am Schluss kurz in Suppen oder Gemüse ziehen lassen; lange Hitze macht sie matschig und fade.
Sehr grosse Mengen können wegen der enthaltenen Saponine den Magen reizen.
Sicherheit
Nebenwirkungen
- Sehr grosse Mengen roh können Magen-Darm-Beschwerden auslösen.
Erkennen und finden
- Stängel
- Dünn, rund, niederliegend bis aufsteigend, oft stark verzweigt. Eine einzige Haarreihe zieht sich an jeweils einer Seite des Stängels entlang und wechselt von Knoten zu Knoten die Seite.
- Blatt
- Gegenständig, eiförmig mit feiner Spitze, ganzrandig und kahl. Die unteren Blätter sind gestielt, die oberen sitzen direkt am Stängel.
- Blüte
- Kleine weisse Sternblüten; die fünf Kronblätter sind so tief eingeschnitten, dass es wie zehn aussieht.
- Stängelkern
- Zieht man den Stängel vorsichtig auseinander, bleibt in der Mitte ein elastischer, fadenartiger Strang stehen.
- Vorkommen
- Wild
- Standorte
- Gärten, Äcker, Wegränder, Schuttplätze, Rasen
- Höhenlage
- Tieflagen, Bergstufe, Subalpin
- Blüte
- Mär–Nov
- Schutz und Sammeln
- Nicht geschützt.