Wildpflanzen-Lexikon

Pflanzen / Caryophyllaceae

Vogelmiere

Stellaria media

Auch: Hühnerdarm, Vogelkraut

Niedriges, zartes Gartenunkraut, das fast das ganze Jahr wächst und milde Winter überdauert. Schmeckt mild nach frischen Maiskörnern oder Erbsentrieben. Wichtigstes Merkmal ist die einzelne Haarreihe am Stängel, die sie von ähnlichen, teils giftigen Pflanzen unterscheidet.

Entwurf: Dieser Eintrag ist noch nicht gegen die Quellen geprüft.

Vogelmiere (Stellaria media)
Foto: André Karwath aka Aka, CC BY-SA 2.5, Wikimedia Commons

Verwechslung

Vogelmiere oder Acker-Gauchheil?

Vergiftungsgefahr: Acker-Gauchheil ist giftig.

MerkmalVogelmiereAcker-Gauchheil
Stängelrund, mit einer einzelnen Haarreihevierkantig, kahl
Blüteweiss, fünf tief eingeschnittene Kronblätterziegelrot bis orange (selten blau), fünf ungeteilte Kronblätter
Blattunterseiteohne Punktemit kleinen schwarzen Drüsenpunkten
Blattansatzuntere Blätter gestielt, obere sitzend; Spitze fein ausgezogenalle Blätter sitzend; Spitze stumpf bis spitz

Prüfe jedes Merkmal, nicht nur eines, und sammle jedes Blatt einzeln. Im Zweifel stehen lassen.

Erntezeit

Ring 1: Kraut
Februar, März, April, Mai, Juni, September, Oktober, November

In tieferen Lagen früher, in den Bergen später.

Als Heilpflanze

KrautErnte Feb–Jun, Sep–Nov

Nur die zarten Triebspitzen mit der Schere schneiden; die faserigen unteren Stängel bleiben stehen. Nicht von Wegrändern mit Hundekot oder Streusalz und nicht aus frisch gedüngten Beeten sammeln.

  • Juckreizlindernd und kühlend; belegt ist das nicht.

    • Umschlag (äusserlich): Frisches Kraut zerquetschen und auf die gereizte Hautstelle legen, nach etwa 20 Minuten entfernen.

In der Küche

KrautErnte Feb–Jun, Sep–Nov

  • Roh: Triebspitzen fein geschnitten in Salat, Quark, Kräuterbutter oder auf Brot.
  • Pesto: Mit Öl, Nüssen und Hartkäse pürieren; mit Öl bedeckt kühl lagern.
  • Gekocht: Erst am Schluss kurz in Suppen oder Gemüse ziehen lassen; lange Hitze macht sie matschig und fade.

Sehr grosse Mengen können wegen der enthaltenen Saponine den Magen reizen.

Sicherheit

Nebenwirkungen

  • Sehr grosse Mengen roh können Magen-Darm-Beschwerden auslösen.

Erkennen und finden

Stängel
Dünn, rund, niederliegend bis aufsteigend, oft stark verzweigt. Eine einzige Haarreihe zieht sich an jeweils einer Seite des Stängels entlang und wechselt von Knoten zu Knoten die Seite.
Blatt
Gegenständig, eiförmig mit feiner Spitze, ganzrandig und kahl. Die unteren Blätter sind gestielt, die oberen sitzen direkt am Stängel.
Blüte
Kleine weisse Sternblüten; die fünf Kronblätter sind so tief eingeschnitten, dass es wie zehn aussieht.
Stängelkern
Zieht man den Stängel vorsichtig auseinander, bleibt in der Mitte ein elastischer, fadenartiger Strang stehen.
Vorkommen
Wild
Standorte
Gärten, Äcker, Wegränder, Schuttplätze, Rasen
Höhenlage
Tieflagen, Bergstufe, Subalpin
Blüte
Mär–Nov
Schutz und Sammeln
Nicht geschützt.

Quellen